„Die Ausgangssituation zur Realisierung der OW1 war noch nie so gut wie heute“, freut sich CDU-Chef Paul Schaffers. Nach der Abwahl der rot-grünen Landesregierung baut die CDU Kevelaer auf ihre guten Kontakte zur CDU-Abgeordneten Margret Voßeler, die sich seit Jahren vehement für die Umgehungsstraße einsetzt.

Mehr als getrübt wird die Freude allerdings durch die Mitteilung der Bezirksregierung, dass das Planfeststellungsverfahren, also quasi die Baugenehmigung, wegen anderer Prioritäten erst Ende 2018 abgeschlossen werden kann. Noch im Februar 2017 hatte die grüne Regierungspräsidentin Anne Lütkes im Stadtrat erklärt, das Verfahren werde 2017 abgeschlossen. Die Arbeitsweise der Behörde stößt bei Schaffers aber auf Unverständnis: „Die weitere Zeitverzögerung ist doch keinem Bürger mehr zu erklären“, und sieht darin ein weiteres Organisationsversagen der abgewählten Landesregierung. Die seit wenigen Wochen amtierende Regierungspräsidentin Radermacher (CDU) hat inzwischen eine schnellstmögliche Bearbeitung der Angelegenheit zugesagt.

Die CDU-Fraktion hat jedenfalls mit der SPD eine Resolution in den Stadtrat eingebracht, die nochmal die Wichtigkeit der Umgehungsstraße hervorhebt und das Land auffordert, nunmehr die dringend benötigte Entlastung der Kevelaerer Bürgerinnen und Bürger voranzutreiben. Schaffers hofft, dass die Resolution von möglichst vielen Fraktionen in der Ratssitzung am 19.10. getragen wird. Seinerzeit waren die Kevelaerer Grünen noch gegen die OW1.

Die vereinzelt zu hörende Kritik, die CDU habe während ihrer Regierungszeit von 2005 bis 2010 die OW1 nicht realisiert, weist Schaffers zurück: „Wenn keine Baugenehmigung vorliegt und Einwände von Betroffenen beim Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen sind, kann man einfach nicht bauen“, und verweist darauf, dass kürzlich noch angebliche Fraßspuren eines Bibers zu neuerlichen Verzögerungen geführt hätten. Die CDU werde jedenfalls in der Angelegenheit nicht locker lassen.